Hafenkraft

Hafentouren, Hafenrundfahrten und Hafenbesichtigungen gibt es viele. Wir haben jemanden gefunden, der sich vom Mainstream abhebt und Einblicke in Betrieb, Geschichte und Zukunft des Hamburger Hafens auf eine ganz eigene Art vermittelt. Wie ungewöhnlich Hafenkaft (so der Name des Unternehmens) ist, konnten wir feststellen, als wir einen ebenso ungewöhnlichen Auftrag offerierten: “Macht uns doch mal ein Programm für unsere Hochzeitsgesellschaft”.

Zwischenstopp Hafenkante

Mit dieser Idee wollten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die zwei Familienzweige kannten sich und die Stadt Hamburg nicht wirklich und Hafenkraft bot uns die Möglichkeit, beides zu ändern. Also fuhren wir nach der Trauung in die Stadt, um uns viel über die Geschichte, die Architektur, den Hafen, die Speicherstadt und die Hafencity, die Überschwemmungsschutzmaßnahmen, die Menschen und die Zukunft der Stadt Hamburg erzählen zu lassen. Und zu erzählen gibt es viel und wenn er dies nicht schon getan hätte, müsste man Michael Martin eigentlich raten, er solle ein Buch über den Hafen schreiben.

Michael Martin, HafenkraftSo zogen ein ungewöhnliches Paar mit einer ungewöhnlichen Hochzeitsgesellschaft auf ungewöhnlichem Wege (ohne Scherz: Mit der S-Bahn, denn schneller kommt man in Hamburg kaum voran!) los, um ein ungewöhnliches Hochzeitsprogramm zu absolvieren. Bestandteil war dabei ein gänzlich lockeres, unzwanghaftes Gruppenspiel, dessen Kern es war, Menschen in Gruppen zusammenzuführen, die sich vorher kaum kannten: besagte zwei Familienzweige. Da musste dann das Wetter durchaus ein Einsehen haben und mitspielen, denn wir hatten (für das Jahr 2009 recht ungewöhnlich) tagelang strahlenden Sonnenschein.

Rückblickend (es ist nun mehr als zwei Jahre her) erzählen wir uns heute noch gern davon, schauen uns Bilder an und erfreuen uns an einem wunderschönen Hochzeits-Pfingst-Wochenende. Dies könnte das Ende dieses Beitrages sein – aber ganz ehrlich: Dann hätten wir ihn nicht geschrieben.

“Sturmflut? Das ist keine Sturmflut, wir haben Wind!”

Wir fahren nämlich weiter mit Michael Martin und seinem Team durch Hamburgs maritime Welt. Immer wieder mal. Zum Einen, weil das einfach Spaß macht, zum Anderen, weil er nicht einfach immer wieder denselben Text herunterrattert und schnöde Zahlen abliest, sondern weil er jedesmal etwas anderes zu erzählen hat. Man könnte meinen, er tut das schon deshalb, damit er sich nicht selbst auf seinen Touren langweilt. Und bei jedem Thema glaubt man, er könne noch eine ganze Stunde weiterreden ohne abzuschweifen, dann wäre aber eine Hafenkreuzfahrt sicher zu lang….

So buchten wir eine seiner Hafenkreuzfahrten zu einer Zeit, als das Wetter (so würde es die Landratte sagen) “schlecht” war. Hat man mehr maritimen Bezug, so ist das Wetter nicht schlecht, sondern läd dazu ein, ein Boot zu besteigen und die Wellenberge zu erklimmen, sich dabei mit Blick auf eine überschwemmte Fischauktionshalle zu erzählen lassen, wie oft das passiert und wie routiniert Hamburger damit umgehen. Ist man das, wie wir, nicht so gewohnt, hat es den Geschmack eines kleinen Abenteuers, nicht zuletzt für den Lütten. Und auch Privatvideos von einer Fahrt durch den Hafen wirken automatisch viel dynamischer, wenn man sie Familie und Freunden zeigt.

“Penthouse, bitte aussteigen”

Manchmal meint man, dieser Mann lebt im Hafen und mit den Leuten die dort leben und arbeiten zusammen. So erzählt er viel von den Touren, die er selbst macht, sei es mit Tauchern oder den Hafenmitarbeitern, die auf den Containerbrücken sitzen und praktisch im Minutentakt Container von Schiffen holen oder dort ablegen.

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